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Nährstoffverluste unserer Lebensmittel

nährstoffverluste

Unsere Lebensmittel sind leider nicht mehr das, was Sie vor 100 Jahren einmal waren. Manche Lebensmittel leiden nämlich deutlich an Nährstoffverluste. Einer der vielen Gründe ist unser Boden, dem leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Einige Tipps die Sie gegen Nährstoffverluste tun können, werde ich Ihnen am Ende des Beitrags geben. Ich empfehle Ihnen den Text konzentriert und genau durchzulesen, denn er kann einen großen Beitrag zu Ihrer langfristigen Gesundheit geben.

Als Erstes ist es wichtig zu verstehen, dass unser Körper aus bis zu 100 Billionen Zellen aufgebaut ist. Legt man die Zellen nebeneinander würde die Länge der Kette ca. 60 mal um die Erde reichen.1 Viele dieser Zellen werden ständig erneuert und alte Zellen sterben ab. Angenommen es läuft alles einwandfrei ab, dann haben wir alle 2 Jahre eine neue Leber und nach 10 Jahren ein komplett neues Skelett. Wird unser Körper allerdings überstrapaziert durch viel Alkohol falscher Ernährung, schlechte Bewegung und viel körperlichen Stress, bleibt die Regeneration natürlich aus.2 Das heißt jede Zelle lebt und ist in der Lage, Energie zu gewinnen und Nährstoffe zu verarbeiten.

Mensch

Genau aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass wir die richtige Nahrung zu uns nehmen. Nahrungsmittel bestehen nicht nur aus Fett, Proteine und Kohlenhydraten, sondern auch aus Wasser, sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffe, Mengen- und Spurenelemente, Vitamine und vielleicht noch aus vielen Stoffen mehr, welches wir heute noch gar nicht in der Lage sind zu messen. Besonders wichtig sind auch die Mengen und Spurenelemente im Körper, welche für äußerst viele Funktionen wie zum Beispiel, Aktivierung von Enzymen und Aufbau und Erhaltung der Zellen notwendig sind.

Wie kommen wir zu den Mengen- und Spurenelementen?

Im Kreislauf der Natur gibt es keine Abfälle. Die Blätter fallen von den Bäumen und sind Nahrungsgrundlage für viele Kleinstlebewesen wie zum Beispiel Regenwürmer und Mikroorganismen. Mikroorganismen sind Bakterien und Pilze.

Jede Pflanze wird in einem gesunden funktionsfähigen Boden die Elemente die wir brauchen genau in der richtigen Menge, welche für unseren Körper gesund und nicht schädlich sind, in ihren Zellen aufnehmen. Das heißt die Natur bereitet die Nährstoffe in der richtigen Dosis vor. Wir müssen das Geschenk nur annehmen. Sobald wir diese Pflanzen essen, kauen und verdauen, werden diese Elemente in unseren Körper aufgenommen.

In einem gesunden Boden leben Regenwürmer, Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in Symbiose mit den Pflanzen zusammen.  Die Mikroorganismen sind nur durch ein Mikroskop erkennbar, aber genau diese sind enorm wichtig und geben den Pflanzen die Mineralien.

Somit arbeiten Pflanzen und Mikroorganismen zum beiderseitigen Vorteil ständig zusammen und erzeugen einen fruchtbaren Oberboden (Humus).

Unser Boden, unsere Gesundheit

Der Boden ist die Grundlage von allem und um langfristig gesund zu bleiben, muss man den Zusammenhang zwischen Boden und Nahrungsmittel verstehen und anschließend seinen Einkauf darauf ausrichten. Leider sind einige unserer Böden nicht mehr, dass was sie einmal waren, denn viele Studien vermitteln das gleiche Ergebnis und zwar, dass die Vitalstoffe in unseren Lebensmitteln in den letzten Jahren enorm zurückgegangen sind.

Eine Labormessung beauftragt von der Universität Hamburg hat zum Beispiel ergeben, dass beim Apfel in den letzten Jahren die Hauptmineralien um 87% zurückgingen. Ähnlich sieht es mit der Tomate aus : -65 % Kupfer, -50% Vitamin C, Auch die Kartoffel schneidet nicht besser ab, sie enthält gerade mal halb so viel Eisen.3

Vergleich der Ergebnisse von  älteren Studien aus dem Jahre 1985, 1996 und 2002 mit entsprechenden Vitalstoff-Verlust-Werten:

Mineralien und Vitamine in mg je 100g Lebensmittel untersuchte Inhaltsstoffe Ergebnis 1985 Ergebnis 1996 Ergebnis 2002 Verlust 1985 -1996 Verlust 1985 – 2002
Brokkoli Calzium
Folsäure
Magnesium
103
47
24
33
23
18
28
18
11
-68 %
-52 %
-25 %
-73 %
-62 %
-55 %
Bohnen Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
56
39
26
140
34
34
22
55
22
30
18
32
-38 %
-12 %
-15 %
-61 %
-51 %
-23 %
-31 %
-77 %
Kartoffeln Calzium
Magnesium
14
27
4
18
3
14
-70 %
-33 %
-78 %
-48 %
Möhren Calzium
Magnesium
37
21
31
9
28
6
-17 %
-57 %
-24 %
-75 %
Spinat Magnesium
Vitamin C
62
51
19
21
15
18
-68 %
-58 %
-76 %
-65 %
Apfel Vitamin C 5 1 2 -80 % -60 %
Banane Calzium
Folsäure
Magnesium
Vitamin B6
Kalium
8
23
31
330
420
7
3
27
22
327
7
5
24
18
-*
-12 %
-84 %
-13 %
-92 %
-24 %
-12 %
-79 %
-23 %
-95 %
Erdbeeren Calzium
Vitamin C
21
60
18
13
12
8
-14 %
-67 %
-43 %
-87 %

Quellen: 1985 Pharmakonzern Geigy (Schweiz), 1996/2002 Lebensmittellabor Karlsruhe/Sanatorium Oberthal

http://holistisches-gesundheitskonzept.de/obst-und-gemuese-heute-und-vor-50-jahren/ abgerufen am 14.05.2018

 

Auch der Ernährungswissenschaftler David Thomas veröffentlichte eine Studie von dem Mineralabbau im Zeitraum von 1940 bis 1991.

Tabelle mit Durchschnittswerten von 27 Gemüsesorten …

Beispiele Mineralien Abnahme seit 1940
Kupfer (Cu) bis zu 76%
Kalzium (Ca) bis zu 46%
Eisen (Fe) bis zu 27%
Magnesium (Mg) bis zu 24%
Kalium (K) bis zu 16%

Tab. 1 Abnahme Mineralkonzentration 1940-1991

Quelle: David Thomas ‘A study on the mineral depletion of the foods available to us as a nation over the period 1940 – 1991’. Nutrition and Health 2003; 17: 85 – 115

Woher kommen die Nährstoffverluste?

Die Inhaltsstoffe der Pflanzen werden durch unzählige Faktoren wie Aufzucht, Ernte, Lager und Transport bis zu Übernahme durch den Verbraucher beeinflusst. Als erstes macht aber das Leben im Boden die Mineralien für die Pflanze verfügbar. Bedauerlicherweise haben wir vergessen, dass unsere Böden leben müssen und haben uns nach dem 2ten Weltkrieg auf chemische Spritzmittel eingelassen.

Chemische Spritzmittel

Ein Österreichisches Forschungsteam der Universität für Bodenkultur (BOKU) hat in einer Studie gezeigt, dass chemische Spritzmittel wie zum Beispiel Glyphosat die Aktivität und Fortpflanzung der Regenwürmer schon nach 6 Wochen um 60% reduziert.

Sollten Sie sich fragen wie man die Aktivität eines Regenwurms misst, dies geschieht durch zählen der Kothäufen. Jeder kann diese Studie selbst zuhause nachmachen. Viel Spaß.

Das heißt umso mehr Pestizide und falscher Dünger umso weniger Regenwürmer und Mikroorganismen leben im Boden.4 In Folge dessen nimmt die Pflanze auch weniger Mineralien vom Boden auf und es ergeben sich Nährstoffverluste.5 Jeder der sich für diesen Zusammenhang mehr interessiert kann sich den Vortrag von der Bodenökologin Dr. Christine Jones auf YouTube ansehen.

Folgen der Nährstoffverluste:

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag (3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst). Wenn wir jetzt diese Nährstoffverluste mit einberechnen brauchen wir statt 5 Portionen schon 10 Portionen am Tag. Viele Leute schaffen nicht einmal 2 Portionen / Tag. Für mich ist ganz klar, dass dies eines der Hauptgründe ist, warum die ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten so rasant zunehmen.

Angenommen die Nährstoffverluste sind wirklich so enorm, warum fällt es den Ärzten bei den Gesundheitsuntersuchen sowie Blutabnahmen nicht auf?

Sie können sich Ihr Blut wie einen Highway vorstellen auf denen ständig Waren (Nährstoffe) von LKWs transportiert werden. Anhang der LKWs sieht man ungefähr die Waren welche unterwegs sind, aber man weiß nicht wie viel der Waren am Ende im Lager ankommen und wie gut die Lager gefüllt sind. Mit einer Standard Blutabnahme sehen wir die Nährstoffe die in diesem Moment in der Blutbahn rumschwimmen, aber man weiß nicht wie gut die Organe und deren Zellen mit Nährstoffen versorgt werden.6

Für die Erneuerungen unseres Körpers brauchen wir täglich neue Baustoffe. Für die bessere Aufnahme der Baustoffe brauchen wir Vitamine. Vitamin C fördert zum Beispiel die Aufnahme von Eisen.7

Unser Körper ist auf das Überleben programmiert und wenn der Körper bei lebenswichtigen Organen einen Mangel an Nährstoffen bekommt und unsere Warenlager leer sind, nimmt der Körper die notwendigen Mineralstoffe zum Beispiel aus Knochen und Knorpel. Primär zählen für den Körper nämlich die lebenswichtigen Organe. So könnten dann Krankheiten wie Osteoporose, Arthrose und Bandscheibenleiden entstehen.

Wie gehe ich vor:

Aufgrund dessen kann man sagen, dass die Preise der Nahrungsmittel die Wahrheit sprechen. Billig produzierte Lebensmittel haben weniger Nährstoffe. Beispielsweise haben wir im Jahr 1950 durchschnittlich noch circa 45% des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben. 2007 gaben die Österreicher nur noch 11% ihres Einkommens für ihre Ernährung aus. In Wirklichkeit bekommen wir aber auch weniger, nur sieht man es nicht.8

Ich kaufe meine Lebensmittel regional, saisonal und in Bio oder wenn möglich sogar in Demeter Qualität. Die eingekauften Lebensmittel sollten in der natürlichen Sonne und auf einem gesunden Boden wachsen. Bio Nahrungsmittel haben den Vorteil, dass keine chemischen Pestizide gespritzt werden dürfen. Demeter Betriebe achten besonders auf die Gesundheit des landwirtschaftlichen Bodens und somit werden die Nährstoffverluste auf ein Minimum gehalten.

Achtung Bio ist nicht immer besser. Denn wenn Lebensmittel im Glashaus aufwachsen haben sie keine Photosynthese und daraufhin weniger Nährstoffe.

Gehen Sie dort einkaufen wo Sie auch das Obst und Gemüse gut sehen und eventuell angreifen können. Mit etwas Übung lässt sich gut erkennen ob das Lebensmittel frisch und reif ist.

Ich habe noch einen zweiten Teil geschrieben, wo ich noch näher auf die Wichtigkeit und die Zusammenarbeit der Regenwürmer, Mikroorganismen und Pflanzen eingehe. Weiteres zeige ich mit interessanten Bildern die Auswirkungen auf unsere Bodenqualität durch schlecht betriebene Landwirtschaft.


 

Quellen :

1. (Spektdrum.de) [Online] http://www.spektrum.de/frage/wie-viele-zellen-hat-der-mensch/620672 abgerufen am 20.03.2018

2. (focos.de)[Online] https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/alle-paar-jahre-erneuert-sich-der-koerper-der-sieben-jahres-mythos-sie-sind-viel-juenger-als-sie-         glauben_id_5238290.html abgerufen am 20.03.2018

3.(Aichinger, 2011) Essbare Wildpflanzen, Ein Geschenk der Natur für ein Gesundes Leben. Moosburg in Kärnten : Eigen Verlag Erwin Aichinger, 2011. S. 36.ff

4.(global2000.at) [Online] https://www.global2000.at/glyphosat-studie-negative-auswirkung-auf-regenwuermer abgerufen am 20.03.2018

5.(Christine Jones) www.youtube.com/watch?v=-_T59LAuCJc&t=3764s Online abgerufen am 20.03.2018

6.(drlico.com) [Online] http://www.drlico.com/medizin-gesundheit/vitaminmangel-arzt/ abgerufen am 20.03.2018

7.(gesund.at)[Online] http://www.gesund.at/a/ernaehrung-eisenmangel abgerufen am 20.03.2018

8.(diepresse.com)[Online] https://diepresse.com/home/politik/eu/648960/Nahrungsmittel-kosten-mehr-als-je-zuvor-werden-aber-immer-leistbarer abgerufen am 12.04.2018

 

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