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Massentierhaltung gesund?

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Massentierhaltung Fakten

Das Typische Kaufverhalten der Konsumenten ist billige Nahrung. Hauptsache wir werden satt und sparen uns Geld für das nächst teure Smartphone. Da kommt das Fleisch aus der Massentierhaltung gerade recht. Oft höre ich das Argument, dass Bio Fleisch zu teuer ist „Ich kann mir das nicht leisten“. Oftmals haben diese Leute ein schönes Haus, großen Garten, schöne Autos, Smartphones, einen großen Flat Screen, Sky TV Programm, schnelles Internet, beste Sport Ausrüstung, teure Urlaube, gute Weine und sie essen täglich Fleisch.

Allerdings sollten wir nicht so naiv sein und glauben, dass der niedrige Preis von unserer super ausgeführten Industrialisierung mit moderner Technik kommt. Hinter niedrigen Preisen beim Fleisch, Milch und Eier verbergen sich meistens keine Smileys, Sonnenschein und Regenbogen.

Hauptsache billig

Um einen billigen Preis zu erreichen, muss man so viel Tiere wie möglich auf engen Raum halten. Dafür werden die Tiere an die Ställe angepasst und nicht umgekehrt.

Somit schneiden wir den Kühen die Hörner ab, den Hühnern die Schnäbel, den Schweinen die Ringelschwänze damit sie für unsere Ställe taugen. Was nicht passt wird passend gemacht. Durch die nicht artgerechte Haltung werden Tiere oft krank. Medikamenteneinsatz steigt enorm.

Genauso brauchen die Tiere Leistung. Das heißt schnell viel Fleisch ansetzen, viel Milch geben, viele Eier legen. Diese Leistung erreicht man durch besonders hochgezüchte Tiere.

Beispiel Hypridhühner

Bei Hypridhühnern spricht man nicht mehr von Rassen. Das sind Kreuzungspartner aus zwei Linien, die über viele Jahre auf bestimmte Eigenschaften selektioniert wurden mit einem hohen Inzuchtfaktor und dann mit einander gekreuzt werden. Diese Kreuzung führt dann zu dem sogenannten Heterosiseffekt, bei den bestimmten Eigenschaften wie z.B. hohe Legeleistung oder Fleischansatz besonders hervortreten. Das Ganze ist in der Hand von einigen wenigen global agierenden Konzernen.

Beispiel Entwicklung Masthühner. Ziel ist sehr viel Fleisch in kurzer Zeit.

Wachstum, Effizienz und Ertrag von kommerziellen Hühnern von 1957, 1978 und 2005

 

massentierhaltungPoult Sci. 2014; 93 (12): 2970-2982. doi: 10.3382 / ps.2014-04291
Poult Sci | © 2014 Poultry Science Association Inc.
https://academic.oup.com/ps/article/93/12/2970/2730506 abgerufen am 24.04.2018

 

Durch das schnelle Wachstum der Henne, sind Gewebe und Knochen nicht richtig ausgebildet und sie kann kaum noch gehen. Auf einer Stange sitzen ist nicht möglich. Das Huhn kippt immer wieder nach vorne Weg.

Man hat Versuche durchgeführt wo man den Hühnern ein Futter ohne Schmerzmittel und eines mit Schmerzmittel zur Auswahl gestellt hat. Das Futter mit Schmerzmittel wurde von den Hühnern bevorzugt.

In der konventionellen Legehaltung wird auch das Licht künstlich verlängert, da Hühner nur dann legen, wenn zum Beispiel genügend lange Zeit Licht brennt. Wenn alle auf dieselbe Rasse zurückgreifen, so kann immer noch beim „Output“ optimiert und manipuliert werden.

Unsere Kühe

Immer mehr Menschen haben Laktoseintoleranz oder vertragen die Milch nicht mehr.

Vor 100 Jahren gab die Kuh 10 Liter Milch am Tag. Heute gibt sie aufgrund der Hochzüchtung 50 Liter am Tag. Die meisten Rinder sind nur noch aus Massentierhaltung. Sie sehen keine Wiese, keine Sonne und bekommen genmanipuliertes Futter!
Fast alle Wiederkäuer haben Hörner. Auch wenn es wissenschaftlich noch nicht erwiesen wurde, ist das für mich kein Zufall. Es gibt zwar auch von Natur aus hornlose Kühe, allerdings sind das Fleischrassen. Das heißt Hörner haben vermutlichen keinen geringen Einfluss auf den Stoffwechsel der Kuh und somit der Milchqualität. Leider werden circa 80% aller Kühe heute enthornt.

Hätten Sie gerne eine Fettschicht, welche auf der Milch oben aufschwimmt? Natürlich nicht. Aus diesem Grund wird die Milch mit bis zu 300bar Druck durch eine Düse gepresst, welche die Fettkugeln spaltet. Somit bekommt man eine schöne gleichmäßig verteilte Milch. Diesen Vorgang nennt man homogenisieren.

Ich kenne selbst Menschen die Laktoseintoleranz haben, aber die Milch von Demeter Kühen mit Hörner besser vertragen. Vielleicht liegt es auch daran, dass hier das homogenisieren der Milch nicht durchgeführt wird und die Kühe auf der Weide stehen. Das natürliche Futter einer Kuh ist nun mal Gras und nicht genveränderter Mais.

Des weiteren spielt sicher auch das Hochzüchten der Kuh eine wesentliche Rolle.

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Quelle: Fotos: Planet News Archive/SSPL/Getty Images , Philipp Schmidt/stern  https://www.stern.de/wirtschaft/von-der-weidekuh-zur-hochleistungskuh—in-nur-100-jahren-6926694.html abgerufen am 04.05.2018

 

Durch hochzüchten und der Zugabe von Kraftfutter ist es möglich, dass die Moderne Kuh heute mindestens 50 Liter Milch pro Tag gibt. Es soll anscheinend schon Kühe mit 100 Liter pro Tag geben. Wahnsinn! Diese enorme Leistung kostet der Kuh natürlich viel Kraft und sie lebt deutlich kürzer.

Futter Massentierhaltung

Das Füttern der Tiere mit genveränderten Futter ist in Deutschland und Österreich erlaubt. Genauso wie das verwenden von Pestiziden wie Glyphosat. Wir verstehen die Gentechnik noch nicht einmal richtig, aber verwenden diese schon großflächig. Besonders auf den amerikanischen Flächen werden diese Pflanzen angebaut und zu uns exportiert. Die Samen der Pflanzen können nicht keimen. Aufgrund dessen müssen die Landwirte jedes Jahr das patentierte Saatgut von neuem kaufen und machen sich abhängig von wenigen Großkonzernen.

Natürlich sind diese Konzerne auch Pestizid Hersteller. Das heißt die genveränderten Pflanzen werden so gebastelt, dass diese natürlich gegen die Herbizide Immun sind. Das heißt es sterben nur die Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien, Regenwürmer und das „Unkraut“. Leider sind aber genau diese kleinen Tierchen dafür verantwortlich, dass die Pflanzen den Großteil der Nährstoffe aufnehmen können. Nährstoffverluste sind vorprogrammiert. Allerdings ist die Natur anpassungsfähig. Das heißt das sogenannte „Unkraut“ lernt mit den Giften umzugehen. Dann wird einfach ein stärkeres Gift gespritzt. Im gleichen Atemzug wird das Grundwasser vergiftet. Ist das nicht schön? (Sarkasmus Schild hoch).

Die meisten gentechnikveränderten Pflanzen landen in das Futter der Massentierhaltung. Anschließend auf unseren Tellern. Doch die Studien der Großkerne belegen, dass es für Mensch und Tier keine Gesundheitsrisiken gibt. Demgegenüber stehen unabhängige Studien die genau das Gegenteil beweisen. Welche Studien man glaubt ist jedem selbst überlassen.

Die Sicht der Landwirte zur Massentierhaltung

Die Einstellung, dass wir gar nicht wissen wie Tiere leben wollen und die Tiere in der Massentierhaltung sich wohl fühlen kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Allerdings kann ich Landwirte verstehen. Ein Landwirt hat es durch die niedrige Preise nicht leicht. Sie haben Familie und müssen genauso überleben wie wir alle. Das heißt Sie müssen Geld verdienen um sich etwas leisten zu können. Am Ende entscheidet immer der Konsument welche Produkte angeboten werden. Jeder kann mit seiner Geldbörse selbst entscheiden was auf seinem Teller landet und wie wichtig ihm seine Gesundheit und die der Tiere ist. Der Landwirt ist nicht Schuld, dass er sein Fleisch zu Billigpreisen verkaufen muss und somit die Haltung und Futter der Tiere daran anpassen muss.

Fazit

Das Argument, dass wir keine artgerechte Tierhaltung und bessere Umwelt haben können und aufgrund der vielen Erdbewohner auf Massentierhaltung angewiesen sind, ist für mich in Frage zu stellen. Allerdings ist es nur möglich, wenn wir viel weniger Fleisch essen. Weniger Fleisch heißt die Möglichkeit zur artgerechten Tierhaltung, besserer Umwelt, faire Preise für Mensch und Tier. Wir wissen es nicht mehr, aber im Jahr 1950 haben wir durchschnittlich noch circa 45% des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben. 2007 gaben die Österreicher nur noch 11% ihres Einkommens für ihre Ernährung aus.

Letztendlich ist unsere Ernährung der wichtigste Stellhebel zum krank oder gesund sein. Es ist unsere Entscheidung, in welche Richtung wir ihn umlegen.“ – Claudia Scheiderer –


Quellen:

  • https://www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=7qWvGKgk1uA Projekt Hühnerhof abgerufen am 27.04.2018
  • .(diepresse.com)[Online] https://diepresse.com/home/politik/eu/648960/Nahrungsmittel-kosten-mehr-als-je-zuvor-werden-aber-immer-leistbarer abgerufen am 27.04.2018
  • https://www.youtube.com/watch?v=r-99ymCbKqM Gentechnik in der Landwirtschaft, abgerufen am 27.04.2018

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