fbpx

Handysucht erkennen: Symptome erkennen und richtig reagieren

handysucht

Handysucht erkennen

Handysucht ist bisher kaum erforscht, doch die Symptome sind recht eindeutig. Smartphones haben ein gewisses Suchtpotenzial. Im Gehirn spielen sich Mechanismen ab wie sonst bei Glücksspielen. Das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet und bewirkt, dass immer wieder zum Display gegriffen wird.

Es animiert zur Handlung – das ist das Aktivieren des Displays und zur Belohnung gibt es eine Überraschung, eben das neueste Partyfoto, einen Like bei Facebook oder das nächste Level beim Online-Game.

Mit dem Smartphone ist einiges möglich: Surfen, Spielen, Chatten oder den Lebenspartner suchen. Wer die Smartphone-Nutzung überhand nehmen lässt, wird irgendwann Sklave seiner Gewohnheiten. So wie Glücksspiele Menschen abhängig machen können, können es auch Handys!

Handysucht Symptome?

Ist man schon abhängig, wenn man häufiger aufs Display schaut? Nicht unbedingt, Sorgen machen muss man sich aber dann, wenn sich alles nur noch um das Gerät dreht und man sogar angenehme Tätigkeiten abbricht, um aufs Display zu schauen.

Es gibt gewisse Risikofaktoren, wie das Ablenken in Stresssituationen oder das Liegenlassen anstehender Aufgaben. Sollten durch die ständige Beschäftigung mit dem Handy soziale Kontakte abgebrochen, Hobbies aufgegeben werden oder eine ungestörte Unterhaltung nicht mehr möglich sein, ist Gefahr im Verzug!

Handysucht Auswirkungen

Anders als beim „Daddelautomaten“ und z.B. Gaming-PC kann das Handy ständig mitgenommen werden, so ergeben sich auch keine naturgemäßen Pausen mehr. Desto wichtiger ist es, genaue Nutzungszeiten zu definieren.

Nach Meinung diverser Suchtexperten besteht kein Suchtproblem, wenn zwar stundenlang gechattet wird, aber trotzdem Schule und Job geschafft werden und auch Sportvereine, Treffen mit Freunden und Familie u.ä. nicht vernachlässigt werden.

Trotzdem gibt es auch hier ein „Aber“. Wenn ständig aufs Handy gesehen wird, leiden Produktivität, Kreativität und Glücksempfinden darunter, warnt der Informatiker Alexander Markowetz. Eine von Markowetz entwickelte App namens „Menthal“ läuft inzwischen auf ca. 300.000 Smartphones und misst das Nutzungsverhalten des Besitzers. Die Aussagen sind zwar nicht repräsentativ, haben aber eine gewisse Aussagekraft. Demzufolge sieht ein Nutzer

88-mal täglich aufs Handy und 53-mal erfolgt dann auch eine Aktion.

Die Folge der häufigen Unterbrechungen ist, dass die Konzentration gestört wird und damit natürlich das effektive Arbeiten schwer fällt.

Körperliche Gefahren

Anti-Yoga“ nennt Markowetz dieses Verhalten. Beim Yoga wird eine orthopädisch gesehen wertvolle Position eingenommen und der Geist fokussiert. Beim Smartphone-Surfen ist das Gegenteil der Fall. Die Haltung ist absurd und man sucht nach Zerstreuung. Durch diese unnatürliche Haltung mit herunterhängendem Kopf entwickelt sich früher oder später der sogenannte „Handy-Nacken“. Ist der Kopf um ca. 45 Grad gesenkt, wirken Kräfte bis zu 30 kg auf Rücken und Halswirbelsäule. Die Muskulatur verspannt sich, die Bänder sind andauernd gedehnt und der gesamte Bereich wird nicht mehr gut durchblutet.

Wenn hier nicht gegengewirkt wird, sind chronische Schmerzen im Schulter- und HWS-Bereich die Folge, einhergehend mit Verschleißerscheinungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Video: Den Handy-Nacken loswerden von Liebscher & Bracht. Abgerufen am 11.10.2018

Nutzungskontrolle

Um Übersicht über die Nutzung zu bekommen, bedarf es mehr Selbstkontrolle und Achtsamkeit. Dabei kann ein Konsumtagebuch hilfreich sein. Eingetragen werden außer den Nutzungszeiten auch Aktivitäten, die man früher gern ausgeübt hat und auch gerne wieder aufnehmen würde. So kann genau festgestellt werden, wie viel Zeit das Handy einnimmt und welche Alternativmöglichkeiten es gibt.

Als kleine Hilfestellung rät Markowetz außerdem, das Handy möglichst überflüssig zu machen, indem man Wecker oder Armbanduhr nutzt statt der Handyfunktionen. Oder unterwegs das Gerät nicht am Körper mitnehmen, sondern weiter weg, etwa im Rucksack. Und am Bett oder auf dem Esstisch haben Handys garnichts verloren. Wer sich auf die Probe stellen möchte, versucht das Gerät einen ganzen Tag nicht zu nutzen. Klappt das ohne Probleme, hält sich die Nutzung im Rahmen.

Einfacher Trick, der helfen kann

selbstdisziplin

Die New York Times titelte kürzlich“, das „Smartphone-Aufhören“ sei das neue „Rauchen aufhören“. Es gäbe einen einfachen Trick, der helfen soll, nämlich das Handy auf schwarz/weiß zu stellen. Das soll alles sein? Klingt zu einfach, ist auch nicht erwiesen. Allerdings gibt es User, die bestätigen, dass sie ihr Smartphone dann nicht mehr so mögen. Wäre gut, denn somit bekämpft man seine Handysucht!

Weitere effektive Tipps

  1.  Stumm schalten, auch die Hinweise der Apps und die Vibration abstellen. Jeder Ton verführt wieder zum Griff nach dem Gerät.
  2.  Apps reduzieren. Abspecken nützt oder müssen es wirklich mehrere Messenger sein oder reicht auch einer?
  3. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ hilft auch gegen die Handy-Sucht. „Verlegen“ Sie Ihr Handy absichtlich, statt es immer dabei zu haben.
  4.  Handy freie-Zonen. Bad, Schlafzimmer und Kinderzimmer sollten immer ohne Handy sein.
  5. Sprechstunden“ Und auch mal offline sein. Die Zeit begrenzen, in der Mails und Nachrichten beantwortet werden. Wer nicht zu einer vernünftigen Zeit sein Anliegen mitteilen kann, braucht es auch nicht am späten Abend.
  6.  Freunde/Familie informieren, dass man nur zu einer gewissen Zeit zu erreichen ist und nicht jede Mitteilung sofort beantwortet.
  7. Das Handy kompliziert sichern. Statt mit einfacher PIN oder Fingerabdruck ein möglichst kompliziertes Passwort wählen, das hält davon ab, ständig zu gucken. Man muss es dann aber auch einhalten! Sicher nicht so einfach.
  8.  Apps gegen Smartphones. Hört sich absurd an, soll aber funktionieren. Wie schon „Menthal“ von Alexander Markowetz informieren „Realized“ und auch „Forest“ über die mit dem Handy verbrachte Zeit.

Problem oder Hype?

Eine Studie besagt, dass die Hälfte aller „Millenials“(= ist die Bezeichnung für die um die Jahrtausendwende geborene Generation.) mehr als 50-mal pro Tag ihr Handy checken. Ca. 25 % der Millenials verbringen fünf Stunden und mehr damit.

  • 27 % fühlen sich ohne Handy frustriert
  • 26 % verloren
  • 19% gestresst
  • 16 % traurig
  • 4 % würden für einen Monat ins Gefängnis gehen, um ihr Gerät nicht für ein Jahr abgeben zu müssen.

Die scheinbar so coolen Momente auf Instagram & Co.

  • Vor den Gefahren sozialer Medien haben schon etliche Studien gewarnt, da sie sich negativ auf die Psyche besonders junger Menschen auswirken können.
  • Die „Royal Society for Public Health“ belegt dies mit einer weiteren Untersuchung.

Das Negativ-Ranking führt an:

  1. Instagram– Führt zu negativem Selbstbild und gestörter Körperwahrnehmnung bis hin zu depressiven Schüben.Der Grund: Dieses Portal existiert wie kein zweites von Fotos, die die Benutzer nachbearbeiten und schönfärben können. Es vermittelt verstärkt das Gefühl, nicht schlank und nicht schön genug zu sein. Die befragten User gaben an, häufig einsam zu sein und schlecht zu schlafen.
  2. Snapchat, gefolgt von Twitter und Facebook. Diese schnitten besser ab, nichtsdestotrotz sind die negativen Auswirkungen auf die Psyche junger Menschen gravierend. Besonders auffallend ist hier das digitale Mobbing.
  3. Youtube ist die harmloseste der fünf großen Plattformen. Doch auch deren Nutzer leiden verstärkt unter Schlafmangel.

Die Gesundheitsorganisationen warnen eindringlich vor dem übermässigen Konsum dieser Medien und der daraus entstehenden Folgen.

Definitionen in der Psychologie

Suchttherapeuten unterscheiden zwischen Gewohnheit, Abhängigkeit und Suchterkrankung. Während bei einer Gewohnheit das Verhalten noch relativ leicht verändert werden kann, stellt Abhängigkeit ein zwanghaftes Verhalten dar, das nicht mehr korrigiert werden kann. Die Betroffenen empfinden die Wirkung des Suchtmittels als existentiell.

Die Suchterkrankung beginnt dann, wenn diese Abhängigkeit das ganze Sein des Patienten beherrscht.

Ursachen der Handysucht

Sie werden mit dem „Vier-M-Modell“ (Mensch, Milieu, Markt, Mittel) beschrieben. Einbezogen werden außerdem

  • psychische Aspekte: Labilität, Konfliktunfähigkeit, Einsamkeit
  • soziales Umfeld: Familienverhältnisse, fehlende Bindungen
  • Verfügbarkeit von Mitteln: hier elektronische Medien
  • Von den Mitteln ausgehende Wirkungen: Euphorie, Entspannung

Handysucht Folgen

  • Verwahrlosung, Verschuldung, soziale Ausgrenzung (trotz hunderter virtueller Freunde)
  • Prävention: Aufklärung, Information
  • Therapie: Ambulante oder stationäre fachärztliche Behandlung

Es gibt auch viele Vorteile

Auf keinem Fall möchte ich hier Social Medien schlecht reden. Durch Social Media kann man sich ein gutes passives Einkommen erarbeiten und die Reichweite, welche man damit erzielen kann ist einfach der Wahnsinn. Jeder ist selbst verantwortlich welchen Inhalt er sich reinzieht. Es gibt Content der uns wissender macht und Content der einfach nur verblödet. Im heutigen Zeitalter kann man nahezu alles googeln und es gibt eigentlich zu jedem Thema Videos und ich finde das fantastisch um sein Wissen zu erweitern. Die Dosis macht das Gift. Wie immer!

Fazit

Wer also von sich selber den Eindruck hat, das Handy beherrscht ihn und nicht er das Handy, sollte sich eventuell Hilfe suchen und versuchen seine Gewohnheiten zu ändern.

 

See you,

Tom

Teilen macht Freude

Neueste Beiträge

2 Gedanken zu “Handysucht erkennen: Symptome erkennen und richtig reagieren”

  1. Super Artikel! Sehr informativ, spricht Probleme an, ist aber nicht einseitig und nur negativ. Die ganze Sache ist aber ein bisschen paradox und ich muss stets schmunzel, wenn ich auf solche Themen stosse. Ist es nun meine Handysucht, die mich auf diesen Beitrag geführt hat? 🤔😆 Vor allem für uns Blogger und andere Leute, die das Handy für berufliche Zwecke benützen, ist es eine Gratwanderung zwischen nötige Aktivitäten und süchtiges „Besucherzahlen nachschauen“. Ich mache es so, dass ich nach dem Beitrag posten nach draussen abhaue und Sport treibe oder das Handy in einem anderen Raum lasse, im Flugmodus. Was sind so deine Tipps Tom?

    • Hi, danke für dein Kommentar. Du hast vollkommen Recht, dass es immer eine Gratwanderung ist, aber meine Meinung ist, wenn man das Internet nutzt um sein Wissen zu erweitern zählt es nicht zur Sucht. Zumindest zu keiner Sucht die negativ auf den Körper ist. Das lesen von Büchern ist ja auch absolut positiv. (-> Die richtigen Bücher 😊 )
      Man kann aber auch den ganzen Tag auf irgendwelchen Apps rumspielen, schöne bearbeitete Fotos und Videos anschauen und sich Content reinziehen der nur das Gehirn vernebelt. Leider vermittelt das Internet oft das schnelle Geld, schöne Autos, schöne Menschen, Sixpacks usw.
      Wie ich das mache? Genau wie du, so oft wie möglich raus! Viel Sport als Ausgleich. Stehtisch im Büro. Bewegung, Bewegung, Bewegung 😊 Ich bin ein absoluter Gegner vom Sitzen, aber meine Leidenschaft ist es nun die Menschen motivieren gesünder zu leben und aufzuklären. Da hilft einem das Internet sehr 😉
      PS: Ihr habt einen wirklich coolen Blog!

Schreibe einen Kommentar

Wir versuchen Ihr Kommentar ehestmöglich zu beantworten und freizugeben.