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Enthornung der Kühe und Einfluss auf die Milchqualität

enthornung

Die Enthornung findet heute bei 80 Prozent aller Kühe statt. Auch in Bio Betrieben werden circa 70 Prozent der Kühe von ihren Hörnern getrennt. Als Grund wird die Vermeidung von Hierarchiekämpfen zwischen den Kühen, Platzmangel und mehr Sicherheit für den Landwirt angegeben. Jedoch könnte die Enthornung Einfluss auf die Milch und Fleischqualität der Kühe haben.

Zum Problem wurden die Hörner erst durch die Erfindung des Laufstalles. Augrund dessen finden nämlich öfters Hierarchie kämpfe statt. Allerdings kenne ich Demeter Betriebe, wo viel weniger Kühe gehalten werden und es keine Probleme mit zu viel kämpfen gibt. Denn wenn einmal die Hierarchie feststeht ist normalerweise Ruhe. In Demeter Betrieben ist die Enthornung verboten.

Somit kann man festhalten, dass es möglich wäre Kühe mit Hörnern zu halten. Auch ohne Gefahr für Tiere oder Menschen. Jedenfalls zeigt es jeder Demeter Betrieb wie es funktionieren würde. Natürlich besteht ein gewisses Risiko für den Landwirt. Allerdings wird ein guter Landwirt die Gefahren erkennen und damit umgehen können. Stellen Sie sich vor die Elektriker schalten den Strom ab, denn dieser ist ja auch gefährlich. Auftos können auch gefährlich sein, aber sie werden auch nicht verboten. Oft muss man mit einem gewissen Risiko einfach leben.

Dennoch muss man auch verstehen, dass Konventionelle Landwirte von der Milch leben müssen. Die Billigpreise zwingen die Landwirte, dass sie Maßnahmen ergreifen müssen um mehr Profit zu generieren. Deshalb werden meist so viele Kühe wie möglich gehalten. Hier kann dann das Horn Platz wegnehmen und sehr wohl gefährlich werden. Deshalb entscheiden sich viele Bauern für die Enthornung der Kühe.

Warum Kühe Hörner brauchen

Das Horn spielt für das Sozialverhalten sowie zur Kommunikation unter den Kühen eine große Rolle. Martin Ott ein Landwirt hat die Kommunikation der Kühe studiert und in einem eindrucksvollen Buch „Kühe verstehen“ seine Erfahrungen niedergeschrieben.

Eine Kuh sieht nicht besonders gut, aber die Hörner erkennt sie. So sagt eine Kuh mit abgeneigten Hörnern: „Willst du dich wirklich mit mir anlegen?“ Eine Kuh mit hochgehobenen Kopf sagt: „Ich brauche Zuneigung.“

 

Enthornung

 

Außerdem benötigen Kühe die Hörner um sich mehr Respekt zu verschaffen. Anderen Artgenossen zu imponieren. Genauso wie Menschen sich gegenseitig zeigen wollen wie toll sie sind, gilt das auch für Kühe.

Interessant ist, dass Hörner fast nur bei Tieren auftreten, welche Wiederkäuer sind. Das lässt vermuten, dass diese auch einen großen Einfluss auf die Verdauung und Stoffwechsel des Tieres haben. Es gibt zwar auch Kühe welche von Natur aus keine Hörner haben, allerdings sind das Fleischrassen.

Auffällig ist auch, dass die Kühe mit den größten Hörnern aus Regionen stammen, wo das Futterreichtum der Böden über das Jahr gesehen geringer ist. Das heißt umso weniger gehaltsvoll das Futter umso größer die Hörner. Das weist auf einen Zusammenhang zwischen Hörnern und die Fähigkeit besonders rohfaserreiches Futter zu verwerten hin.

Wie zum Beispiel die Watussi- Rinder in Ostafrika:enthornung kühe

Auch wenn der genaue Zusammenhang zwischen Milch und Hörner noch nicht bekannt ist, sollten wir nicht so naiv sein und glauben, dass Hörner Zufall sind. Die Natur weiß was sie tut und sie schenkte den Tieren nicht ohne Grund Hörner.

Enthornung und die Milchqualität

Auch wenn es wissenschaftlich noch nicht erwiesen ist, berichten viele Milchbauern, dass die Milch von Kühen mit Hörnern für Menschen oft besser vertragen wird.

Beispielsweise kenne ich selbst Menschen die Laktoseintoleranz haben, aber aus irgendeinem Grund die Milch von Demeter Bauern vertragen.

Bestimmt spielt hier auch das Leben der Kühe mit viel Grünfutter und natürlicher Sonne eine Rolle. Die Kühe in der Massentierhaltung bekommen meist billiges genmanipuliertes Futter, viele Medikamente und sehen so gut wie nie Sonnenlicht. In Deutschland wurden 2012 von den Bauern 1600 Tonnen Antibiotika gegeben. Die Menschen verbrauchten dagegen nur 700 Tonnen. Die Tiere werden meistens wegen falscher Haltungsbedingungen und falschem Futter öfters krank. Du bist was du isst, trifft auch auf Tieren zu. Anschließend essen wir diese Tiere und trinken die Milch davon.

Die Milch welche wir im Discounter kaufen wird zusätzlich unter hohem Druck (bis zu 300bar) durch kleine Düsen gepresst. Stellen Sie sich eine Wassersäule mit einer Höhe von 3000 m vor. Am unteren Punkt der Säule hat man circa einen Druck von 300bar. Der Vorteil ist, dass die Fettkügelchen viel kleiner werden und keine Fettschicht oben aufschwimmt. Der Nachteil könnte sein, dass unser Körper mit dieser unnatürlichen vorgehensweiße und kleinen Fett Kugeln nicht umgehen kann. Klein heißt nicht immer besser. Diesen Vorgang nennt man Homogenisieren.

Alles, ob Futter, Sonnenlicht, Bewegung, Hörner und auch der seelische Zustand der Tiere haben Einfluss auf die Qualität des Fleisches, Milch und Dünger. Der Dünger spielt eine große Rolle, denn er wird wieder auf die landwirtschaftlichen Felder aufgetragen. Es ist ein Kreislauf der Natur.

Unsere Bodenqualität

Ein guter Landwirt hat in seinem Boden nach 20 Jahren gleich viel Humus oder sogar mehr.

Ein schlechter Landwirt hat in seinem Boden nach 20 Jahren nichts mehr.

Wenn man eine Kuh gut behandelt, das heißt gutes Futter und Weidehaltung und sogar auf die Enthornung verzichtet, produziert sie einen enorm hochqualitativen Dünger. Der Dünger ist enorm wichtig für unsere Felder. Hätten wir die Nutztiere wie Kühe nicht, müssten wir den fehlenden Organischen Dünger mit künstlichem Mineraldünger ersetzen. Das hätte wiederum zur Folge, dass die Resourcen der Erde ausgesaugt werden. Die Bodenqualität würde immer schlechter werden.

Das heißt eine Weltweite Vegane Ernährung wäre garnicht möglich. Allerdings braucht es nur wenige Fleischesser um den Kreislauf aufrecht zu erhalten.

Durch geziehlte chemische Düngung kann eine Pflanze auch auf schlechten Boden wachsen. Sie sieht auch nicht so schlecht aus. Allerdings ist die Pflanze leer. Viele Nährstoffe sind nicht mehr enthalten. Der Grund ist das wenig vorhandene Bodenleben. In einem guten Boden leben Milliarden von Mikroorganismen. Diese kleinen nicht sichtbaren Bakterien geben der Pflanze die Nährstoffe. Diese Nährstoffe benötigt unser Körper um zu funktionieren. Unser Körper besteht zum Beispiel aus bis zu 80 Elementen. Diese müssen wir über die Nahrung aufnehmen. Bei einem schlechten Boden nehmen Pflanzen, Tiere und in Folge wir Menschen nur einen Bruchteil der erforderlichen 80 Elemente auf. Den genauen Zusammenhang zwischen Bodenqualität und Nahrungsmittel können Sie in dem Beitrag „Unsere Bodenqualität, unsere Gesundheit“ nachlesen.

Artgerechte Tierhaltung

Um unsere Tiere Artgerecht zu halten, müssen wir zurück auf den Sonntagsbraten. Eine Kuh muss dann auch nicht alle 2 Jahre zum Schlachter, sondern kann  leicht 10 Jahre auf dem Feld stehen. Die natürliche Lebenserwartung der Kuh wäre bis zu 30 Jahre. Heute ist es selbstvertändlich geworden, dass wir täglich Fleisch essen. Allerdings kommt das Fleisch fast nur noch aus Massentierhaltung. Eine Wiese sehen diese Tiere nie, außer vielleicht auf dem Weg zum Schlachter durch einen kleinen Luftschlitz im Transporter. Diese vielen Tiere brauchen natürlich sehr viel Getreide oder Soja. Denn um 1kg Fleisch zu erzeugen, braucht man je nach Quelle 4-16kg Soja oder Getreide. Das Getreide und Soja wird natürlich zu Billigpreisen importiert. Das heißt unser Fleischkonsum und Massentierhaltung nimmt den Menschen, welche am unteren Ende der Kette stehen die Nahrung weg.

Natürlich braucht man auch enorme Flächen für den Getreide und Soja Anbau. Auf vielen dieser Flächen stand vorher ein schöner Urwald der abgeholzt wurde. Das trifft aber nicht auf Tiere zu die auf der Weide in einem Kreislauf der Landwirtschaft stehen dürfen.

Mein Fazit zur Enthornung:

Ich habe neulich einen Artikel gelesen, dass man daran arbeitet die Gene der Kuh so zu verändern, dass sie erst gar nicht mit Hörner auf die Welt kommen.

Leider ist das noch ein viel größerer Eingriff in die Natur als das absägen der Hörner. Genmanipulierte, hochgezüchtete im Labor entstandene Nahrungsmittel machen uns krank.

Wir sollten lernen die Natur zu verstehen und eventuell kopieren, aber wir dürfen nicht die Natur verändern.

Nur weil etwas in diesem Moment nicht wissenschaftlich erwiesen ist, kann es trotzdem falsch sein. Die Zivilisationskrankheiten sind in den letzten Jahren stetig angestiegen. Die durch uns Menschen veränderten Nahrungsmittel spielen dabei eine wesentliche Rolle.


Quellen:

  • https://uni.de/redaktion/kuhhorn  abgerufen am 11.04.2018
  • https://www.welt.de/gesundheit/article139461780/Tiere-werden-mit-Antibiotika-regelrecht-gemaestet.html abgerufen am 12.04.2018
  • http://secret-wiki.de/wiki/Fleisch abgerufen am 18.04.2018
  • https://www.youtube.com/watch?v=gLs5R7_xaho (3:50 Minute) Braucht der Mensch noch Nutztiere? abgerufen am 18.04.2018
  • http://start.massentierhaltung-abschaffen.de/rindermilchkuehe abgerufen am 19.04.2018
  • Anita Idel „Die Kuh ist kein Klima-Killer!“ Metroplis Verlag Marburg sechste Auflage 2016. Seite 110-111

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