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Bodenqualität und deren Auswirkung auf unsere Gesundheit

bodenqualität

Unsere Bodenqualität, unsere Gesundheit

Die Bodenqualität ist die Grundlage von allem. Um langfristig gesund zu bleiben, muss man den Zusammenhang zwischen Boden und Nahrungsmittel verstehen und anschließend seinen Einkauf darauf ausrichten.

Leider sind einige unserer Böden nicht mehr wie vor 100 Jahren. Denn viele Studien vermitteln das gleiche Ergebnis und zwar, dass die Vitalstoffe in unseren Lebensmitteln in den letzten Jahren enorm zurück gegangen sind. Genaue Details finden Sie im ersten Teil  „Nährstoffverluste unserer Lebensmittel“.

Um zu verstehen warum wir auf einigen Landwirtschaftlichen Böden offensichtlich einen Nährstoffverlust haben, muss man verstehen wie die Pflanze mit dem Boden zusammenarbeitet. Denn diese Zusammenarbeit ist enorm wichtig für unsere Bodenqualität.

Kreislauf der Natur

Im Kreislauf der Natur gibt es keine Abfälle. Die Blätter fallen von den Bäumen und sind Nahrungsgrundlage für viele Kleinstlebewesen wie zum Beispiel Regenwürmer und Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen.

Mikrobe = Kleinstlebewesen = Pilze und Bakterien -> Nur durch ein Mikroskop erkennbar

Tote Tiere und Blätter werden somit von den Bodenlebewesen zersetzt (gefressen und ausgekackt) und können anschließend wieder von den Pflanzen aufgenommen werden.

Ohne diese Bodenbewohner könnte der Stoffkreislauf nicht funktionieren und es würde kein neues Leben mehr entstehen. Wenn alles im Gleichgewicht ist, entsteht ein qualitativ hochwertiger Humus an dem die Mineral und Nährstoffe gebunden sind und anschließend an die Pflanzen weitergegeben werden können.1

Wie Sie sich sicher aus der Schule noch erinnern können betreibt die Pflanze Photosynthese.

Bei der Photosynthese wird aus Wasser, Kohlenstoffdioxid (CO2) und Lichtenergie/ Sonne die Stoffe Zucker (Kohlenhydrate) und Sauerstoff (O2) produziert. Der Sauerstoff ist eigentlich im Rahmen der Photosynthese nur ein Abfallprodukt. Die Kohlehydrate sprich Zucker hingegen dient der Pflanze als Gerüstsubstanz und wird zusätzlich an den Wurzelspitzen an das Erdreich abgegeben und steht somit den Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien für die Energiegewinnung zur Verfügung. Kohlenhydrate sind Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasser.

Somit arbeiten Pflanzen und Mikroorganismen zum beiderseitigen Vorteil ständig zusammen und erzeugen einen fruchtbaren Oberboden (Humus).

Merke: Die Pflanze versorgt die Mikrobe mit Energie und die Mikrobe die Pflanze mit Wasser, Mineralien und Nährstoffen wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und vielen weiteren Elementen.

bodenqualität

Abbildung: Symbiose Mikroorganismen und Pflanze

Quelle: https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/094487/index.php abgerufen am 21.03.2018

Inhaltsstoffe Pflanze

Die Inhaltsstoffe der Pflanzen werden durch unzählige Faktoren wie Aufzucht, Ernte, Lager und Transport bis zu Übernahme durch den Verbraucher beeinflusst.

Mit folgenden Faktoren kann das Leben im Boden verbessert und somit die Inhaltsstoffe der Pflanze gesteigert werden :

  • Mischkultur statt Monokultur
  • Intervall Beweidung (-> Bei einer Überweidung haben die Pflanzen zu wenig Zeit um genug Nährstoffe zu speichern)
  • Organischer Dünger wie Kompost, Gründünger und Stallmist. Keine Anorganischen Dünger.
  • Zugabe von Ernteresten wie Stroh, Blätter und Wurzeln
  • Viel Begrünung fördert die Photosynthese und somit das Bodenleben (Hoher Blattoberflächenindex)

Anorganischen Dünger = Industriell hergestellter, künstlicher Dünger mit Chemischen Stoffen als Basis.

Organischer Dünger = Natürlich gewachsener Dünger

Das Leben im Boden macht die Mineralien für die Pflanze verfügbar. Leider haben wir vergessen, dass unsere Böden leben müssen und haben uns nach dem 2ten Weltkrieg auf Chemische Spritzmittel eingelassen.

Chemische Spritzmittel

Ein Österreichisches Forschungsteam der Universität für Bodenkultur (BOKU) hat in einer Studie gezeigt, dass Chemische Spritzmittel wie zum Beispiel Glyphosat die Aktivität und Fortpflanzung der Regenwürmer schon nach 6 Wochen um 60% reduziert. Das heißt umso mehr Pestizide und falscher Dünger umso weniger Regenwürmer und Mikroorganismen finden sich im Boden.2

Aufgrund des starken Einsatzes von Chemischen Spritzmittel, leidet unsere Bodenqualität.

Also nochmal, weil es so unheimlich wichtig ist. Die Pflanze versorgt die Mikroorganismen mit Kohlenhydraten (Kohlenhydrate bestehen aus Kohlenstoff und Wasser) und die Mikroorganismen sind für den Großteil der Nährstoffaufnahme der Pflanzen verantwortlich. Studien zeigen auch, dass Pflanzen welche in Symbiose mit den Mikroorganismen leben, auch resistenter gegen Umwelteinflüsse wie Trockenheit und Überschwemmungen reagieren.3

Sollten Sie davon ausgehen, dass Pestizide für uns Menschen harmlos sind, weil sonst würden diese doch in der Lebensmittelerzeugung nicht verwendet werden, liegen sie falsch.

Pestizide werden mit Krankheiten wie Krebs, Alzheimer, Fortpflanzungsprobleme, Asthma, Diabetes und weiteren Krankheiten in Verbindung gebracht. Außerdem werden durch das gleichzeitige Einsetzen mehrere verschiedene Pestizide die Grenzwerte einzelner Gifte eingehalten, aber gesamt ergibt es eine ordentliche Bombe an Pestiziden. Es gibt schon Hinweise, dass solche Giftmischungen völlig unerwartete Auswirkungen auf unseren Körper haben können.

Bei einer durchgeführten Messung von Greenpeace an einer Johannesbeere wurden 9 verschiedene Gifte gefunden!

Vorteile von Bio Lebensmittel

Auch wenn Bio Lebensmittel oft als Schmäh publiziert werden, haben mehrere Studien bewiesen, dass Biokost gegen Pestizide enorm schützt, auch wenn es Schwarze Schafe geben sollte, welche die selbst auferlegten Biorichtlinien nicht einhalten und einige Spuren von Pestiziden gefunden werden.4

So kann man davon ausgehen, dass Bio Lebensmittel  „fast“ immer bessere Qualität, weniger Pestizide und somit mehr Vitalstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe in sich haben.5  Allerdings müssen sie natürlich in einer natürlichen Sonne aufwachsen. Glashaus Bio Lebensmittel haben auch wenig Nährstoffen, weil die Photosynthese fehlt.

Auswirkung auf Pflanzen

Folgende drei Abbildungen und Inhalte habe ich aus einem Vortrag von Dr. Christine Jones zusammengefasst. Sie ist Bodenökologin und hat sich international einen Namen als Referentin gemacht. Wenn es Sie interessiert, können Sie den Vortrag hier ansehen. Sie ist eine Expertin wenn es um Bodenqualität geht.

Hier sieht man 3 Wurzeln einer Weizenpflanze. Die rechte Wurzel wurde mit Anorganischen Dünger bespritzt.

Die linken zwei Pflanzen wurden in einem Biologischen System ohne Anorganischen Dünger angebaut.

Weizenpflanze

Unterschied Wurzeln einer Weizenpflanze

Die rechte Pflanze hat ein Kurzwurzelsystem mit wenigen Verzweigungen, weniger tief und somit werden weniger Mineralien aufgenommen. Wenn mit anorganischen Dünger gedüngt wird, hört die Pflanze auf die Mikroben zu füttern und umgekehrt. Die Bodenkultur und die Wasserspeicherkapazität geht verloren, der Boden wird hart und der Humusgehalt geht zurück.

In Indien braucht man zum Beispiel gute Wasserspeicherkapazität, weil es wenig regnet. Die Speicherkapazität erhöht man durch mehr Humus. Mehr Humus erreicht man durch eine gute Landwirtschaft mit Nutztieren.

Das nächste Bild zeigt links und rechts zwei Felder, welche chemisch gedüngt werden. Wo der grüne Streifen sichtbar ist, stand ein Zaun welcher nahezu kein chemisches Düngemittel abbekommen hat.

Bodenqualität

Unterschied Chemisch gedüngte Felder und Zaunfläche

Nährstoffverlust aufgrund schlechter Bodenqualität

Die nächste Abbildung stammt aus einem Feld zweier Brüder in Australien welche vor 10 Jahren durch einen Zaun getrennt wurden. Rechts eine Dauerweide und anorganischer Dünger. Links eine Intervallbeweidungs- System und kein anorganischer Dünger.

Der Boden der linken Seite hat um einiges mehr Kohlenstoffanteil, als der Boden auf der rechten Seite, welche den Mikroben zur Energie zur Verfügung steht.

Die Pflanze stellt den Pilzen Energie zur Verfügung und die Pilze stellen der Pflanze Mineralien zur Verfügung.

Bodenqualität Kohlenstoffanteil

Unterschied Nährstoffe

Der linke Boden hat bei einer tiefe zwischen 30-40cm einen höheren Kohlenstoffanteil von bis zu +413% welche die Mikroorganismen mit Energie versorgen. Der Kohlenstoff wird von der Pflanze an den Wurzelspitzen ausgeschieden, somit hat man auch in tiefergelegenen Ebenen eine gute Kohlenstoff Versorgung.

Bei der Abbildung mit den 2 Brüdern erhöhen sich die Hauptnährstoffe bei den Pflanzen am linken Boden folgend:

Kalzium (Ca) +177%

Magnesium (Mg) +38%

Kalium (K) +46%

Schwefel (S) +57%,

Phosphor (P) +51%.

Durch tiefere Wurzeln kann die Pflanze mehr Mineralien aufnehmen und somit ihren Mineralstoffgehalt erhöhen, weil sie eine größere Reichweite hat. Die Wasserspeicherkapazität wird erhöht und die Pflanzen, welche angebaut werden sind stabiler und stressfester.

Das letzte Bild zeigt den Unterschied der Wurzellänge, wenn ein Feld immer bis auf Rasenmäherhöhe abgeweidet wird. Durch die geringe Pflanzenfläche wird weniger Photosynthese erzeugt und somit weniger Kohlenstoff an den Wurzeln abgegeben. bodenqualität

Unterschied Wurzellänge

Ergebnis ist, dass die Pflanze ganz links extrem kurze Wurzeln entwickelt. Die Folgen daraus sind eine schlechte Bodenqualität und weniger Mineralien.6

Getreide Roggen

Auf einem guten Boden wächst die Pflanze Roggen an einem Tag 5 cm in die Höhe. Genauso bildet sie auch jeden Tag neue Haarwurzeln. Ganz kleine Wurzelhaare. Eine Universität in Basel hat ausgerechnet, dass bei einem Pflanzen Wachstum von 5 cm, die Wurzeln um sage und schreibe 89 km wachsen. 89 km neue Wurzeln welche Nährstoffe aufnehmen können. Daher braucht die Pflanze einen Boden mit dem sie kommunizieren kann. Die Milliarden von Mikroorganismen können täglich mit 89 km neuen Wurzeln kommunizieren. Dadurch entsteht eine Pflanze mit vielen Nährstoffen. Für mich ist das unfassbar faszinierend.7

Aufgrund dessen ist unser Boden die Quelle alles Lebens.

Fazit

Der Urwald ist ein seit Millionen von Jahren stabiles funktionsfähiges System ohne künstliche Eingriffe. Wir brauchen wieder einen gesunden Boden.

Auch wenn sicherlich nicht alle landwirtschaftliche Böden schlecht sind, sollten wir uns Gedanken darüber machen wo wir die meisten Nährstoffe zu kaufen bekommen.

Aus diesem Grund kaufe ich meine Lebensmittel saisonal, regional und in Bio oder Demeter Qualität. So gut es geht aufgewachsen in einer natürlichen Sonne. Dann habe ich mit aller Wahrscheinlichkeit mehr Inhaltsstoffe in meiner Nahrung. Auch wenn die Lebensmittel etwas teurer sind, ist es das Geld wert, denn dafür bekommt unser Körper mehr Baustoffe.

Aus diesem Grund sollten wir mehr unsere Landwirte bezahlen, um uns gesund zu erhalten, als unsere Ärzte, um uns gesund zu machen.

Gesunder Boden = Gesunde Pflanzen = Gesunde Tiere und Menschen


 

Quellen:

1. (bodenwelten.de) [Online] http://www.bodenwelten.de/content/wie-entsteht-humus abgerufen am 21.03.18

2. (global2000.at) [Online] https://www.global2000.at/glyphosat-studie-negative-auswirkung-auf-regenwuermer abgerufen am 21.03.18

3. (Pflanzenforschung.de) [Online] http://www.pflanzenforschung.de/index.php?cID=5646 abgerufen am 21.03.18

4. (Gesundheit) [Online] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/pestizide-im-essen-ia.html abgerufen am 21.03.18

5. (issgesund.at) [Online] https://www.issgesund.at/gesundessen/lebensmittel/waskoennenbiofruechtebesser.html abgerufen am 21.03.18

6. (Vortrag ChristineJones) [Online] https://www.youtube.com/watch?v=-_T59LAuCJc&t=3764s abgerufen am 21.03.18

7. (Vortrag Martin Ott) [Online] https://www.youtube.com/watch?v=l-AVdUuaD98 abgerufen am 06.04.18

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Neueste Beiträge

12 Gedanken zu “Bodenqualität und deren Auswirkung auf unsere Gesundheit”

  1. Hy 🙂

    Ich hab mich nun ein bisschen in deinen Blog durchgelesen und bin echt fasziniert. Beispiel der Artikel mit den gesunden Boden. Viele Leute denken gar nicht mehr drüber nach, sie wissen gar nicht mehr wie der ökologisch Kreislauf entsteht. Viele sind verwirrt über die Bioprodukte, aber wenn sie diesen gut erkärten Beitrag lesen kommt ihnen sicher der „Aha-Effekt“ hoch.

    Ich empfehle deinen Blog sehr gerne weiter.

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