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Bodenfruchtbarkeit: Unkrautvernichter beeinträchtigen das Bodenleben

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Glyphosat Wirkung

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten verkaufte Unkrautvernichter überhaupt. Es ist ein sogenanntes „Totalherbizid“ und vernichtet alle Pflanzen, die gentechnisch nicht so verändert wurden, dass sie den Einsatz des Spritzmittels überleben. Glyphosat gehört zu den systemischen Mitteln. Das bedeutet, dass beim Pflanzenwachstum die Substanz über die Wurzeln aufgenommen und in sämtliche Pflanzenteile transportiert wird. Alle Lebewesen, die in irgendeiner Art und Weise mit der Pflanze in Berührung kommen, Nektar saugen, oder sie verzehren, nehmen so die Gifte auf. Darum nimmt auch die Bodenfruchtbarkeit seit dem Einsatz von Chemie stetig ab.

Zudem gelangt der Unkrautvernichter ins Grundwasser, in Bäche und Flüsse und wird dort auch für die Wasserlebewesen zum Problem. Besonders Amphibien und deren Kaulquappen werden in ihrer embryonalen Entwicklung gestört und sterben ab.

Durch zu häufigen und nicht fachgerechten Einsatz gelangt Glyphosat und sein Abbauprodukt AMPA (Aminomethylphosphonsäure) vermehrt in Kleinstgewässer sowie die öffentliche Kanalisation.

Landwirte müssen bei der Anwendung sicherstellen, dass das Mittel nicht in Gewässer gelangt. Allerdings wird das scheinbar häufig missachtet.

Die Beschaffenheit und der Zustand der Böden

Die Auswirkungen auf Bodenfruchtbarkeit, Ackerflora und –Tierwelt sind massiv: neben den Ackerflächen gedeihen weniger Wildpflanzen, so gibt es immer weniger Lebensraum für immer weniger Insekten, welche die Nahrungsgrundlage für andere Tiere sind.

Erfahrungsberichte aus Südamerika zeigen, dass die Krümelstruktur des Bodens und darüber hinaus die Mykorrhiza (=Lebensgemeinschaft zwischen den Wurzeln höherer Pflanzen und Pilzen) zerstört wird. Die Mykorrhiza, eine Symbiose aus Pilz, Wurzeln und Pflanze ist unerlässlich für ein gesunde Bodenfruchtbarkeit.

Die Bodenbeschaffenheit beeinflusst Wasserhaushalt und –qualität, die Pflanzendecke und somit die Güte unserer Nahrungsmittel.

Auswirkung auf Insekten

Wann haben Sie das letzte Mal bei Ihren Auto die Windschutzscheibe von Insekten gesäubert? Ich kann mich noch sehr gut erinnern wie mein Vater früher immer so einen gelben Schwamm im Auto liegen hatte. Heute braucht man es nicht mehr, weil es die Viecher nicht mehr gibt!!! Wenn Sie jetzt sagen: „Ja ist doch toll“, dann haben Sie das Ökosystem nicht verstanden. Es gibt Nahrungsketten und wenn man ein Glied daraus entfernt, hat es auch folgen für die darunter und darüber liegenden Lebewesen. Beispielweise haben die Nährstoffe der Lebensmittel seit dem Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft stetig abgenommen. Die Insekten spielen bei der Bodenfruchtbarkeit eine große Rolle.

Hier ein Vergleich von der Käferpopulation in Winterweizen von Juli 1951 zu Juli 1981.

1.Juli 1951

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1.Juli 1981

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Quelle: Käferpopulationen in Winterweiezen bei (Heydemann & Meyer, Landespflege und Landwirtschaft 1983). Abgebildet sind typische Arten und Individuenzahlen einer Bodenfalle mit 4 Wochen Standzeit.

Ich habe diese Bilder und Informationen aus dem Vortrag von Felix Prinz zu Löwenstein. Ich kann Ihnen den Vortrag „Die Zukunft der Landwirtschaft“ nur wärmstens empfehlen.

Ein bedeutender Aspekt in Sachen Bodenleben sind die „Ingenieure der Böden“ – die Regenwürmer. Sie zersetzen Bodenstoffe in komplexen Umwandlungsprozessen so, dass sie erst nutzbringend von den Pflanzen aufgenommen werden können. Somit sorgen sie für die wichtige Bodenfruchtbarkeit. Nicht zu vergessen, wird durch das Bauen ihrer Wohnröhren der Boden ständig durchmischt und umgegraben und durch ihre Hinterlassenschaften auf natürlichen Weg gedüngt.

Bodenfruchtbarkeit: Die Wirkung von Glyphosat auf Regenwürmer

Professor Johann Zaller, Ökologe an der Universität für Bodenkultur in Wien und Autor des Aufmerksamkeit erregenden Buches „Unser täglich Gift – Pestizide, die unterschätzte Gefahr“, untersuchte die Wirkung von Glyphosat speziell auf Regenwürmer.

Der Verdacht, dass Glyphosat Bienenvölker und andere Organismen schädigt, steht nicht erst seit Kurzem im Raum. Dagegen sollten sich Herbizide und Regenwürmer problemlos vertragen. Glyphosat soll für Mensch und Tier ungefährlich sein, da es ein Enzym hemmt, das nur in Pflanzen vorkommt. Prof. Zaller hat daran seine Zweifel. Risikotests der Untersuchungsbehörden fanden im Labor statt. Auch die Würmer wurden direkt mit dem Gift besprüht, mit dem Ergebnis keiner toxischen Wirkung.

In Zusammenarbeit mit der Weinbauschule Kloster Neuburg bei Wien fanden Prof. Zallers Versuche dagegen unter Bedingungen statt, wie sie in der Natur vorkommen. Ihn interessieren die Langzeitwirkungen auf die Böden. Genauso im Weinbau ist der Einsatz von Glyphosat von großer Bedeutung. Aufgrunddessen, weil die Flächen sonst mechanisch vom Unkraut befreit werden müssen. Das wäre natürlich sehr zeitaufwändig und kostenintensiv.

Außerdem startete die Forschergruppe einen Versuch im Gewächshaus: Töpfe wurden mit Naturböden befüllt, die gleiche Anzahl Regenwürmer eingesetzt und bepflanzt. Eine Hälfte der Töpfe wurde nach 3 Wochen mit Glyphosat besprüht. Der Haupteffekt war, dass die Regenwürmer in den besprühten Töpfen ihre Aktivität nahezu eingestellt hatten. Ihre Nachkommenschaft ging um die Hälfte zurück. Ein gravierend negativer Effekt in Anbetracht dessen, dass für die Böden nicht genügend aufbereitetes Material, also Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden kann.

Die Verdachtsmomente gegen Glyphosat erhärten sich

Global 2000 verglich die Boku (Universität für Boden und Kultur) – Studie mit der Industriestudie für das Zulassungsverfahren für Glyphosat.

Das Fazit: Die Boku-Studie beweist als wirklichkeitsnahe Studie, dass Regewürmer massiv durch Glyphosat geschädigt werden und damit auch Umwelt, Bodenfruchtbarkeit und Bodenleben. Mit den Versuchsanordnungen im Zulassungsverfahren der Industrie ließen sich dagegen auch in 100 Jahren keine negativen Auswirkungen nachweisen.

  • Behörden lassen die kritische Distanz zu Herstellern vermissen
  • Zulassungsverfahren sind auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten
  • Wenn nicht sogar die Hersteller das Verfahren bestimmen!

Ich persönlich brauche für sowas keine Studien. Allein mein Hausverstand sagt mir, dass es nicht gesund für die Bodelebewesen sein kann.

Einkauftipps:

Versuchen Sie zu verstehen, dass dieses Thema auch auf unsere Gesundheit einen großen Einfluss hat. Die Lebensmittel haben durch den Verlust der Bodenfruchtbarkeit weniger Inhaltsstoffe. Sie sollten deshalb bewusster Ihren Einkaufswagen füllen. Hier ein paar persönliche Tipps von mir:

  • Regional und saisonal
  • Suchen Sie sich einen Landwirt der auf Chemie verzichtet
  • Wildpflanzen
  • Eigener Garten
  • Demeter Lebensmittel
  • Bio Lebensmittel

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und den Insekten ein langes gesundes Leben, aber tun Sie auch etwas dafür.

Bis dann,

Angermann Thomas


 

Quellen:

1.ARD Mediathek: https://www.ardmediathek.de/tv/UNKRAUT/Wie-Glyphosat-auf-Regenw%C3%BCrmer-wirkt/BR-Fernsehen/Video?bcastId=14913036&documentId=56765816

abgerufen am 28.10.2018

2. Vortrag Felix Prinz zu Löwenstein „Die Zukunft der Landwirtschaft“ https://www.youtube.com/watch?v=amjusM-FuK0 abgerufen am 28.10.2018

 

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